Der autonome Bus – ein seltenes Bild auf finnischen Straßen

14.06.2022

GACHA wird dieser Bus genannt – ein autonomes Fahrzeug für den öffentlichen Nahverkehr. Zusammen mit der japanischen Verbrauchermarke MUJI stellte das finnische Technologieunternehmen Sensible 4 den GACHA in Helsinki vor. Mithilfe verschiedener Sensoren schafft es der GACHA, Hindernissen auszuweichen und die Straße zu erkennen.

Der GACHA ist in der Lage, bei nahezu allen Bedingungen eine im Voraus kartographierte Strecke autonom abzufahren.
Der GACHA ist in der Lage, bei nahezu allen Bedingungen eine im Voraus kartographierte Strecke autonom abzufahren.

Freie Fahrt auch bei klirrender Kälte

Der GACHA ist nicht das erste Fahrzeug, das auf autonome Weise am finnischen Straßenverkehr teilnehmen sollte. Andere Hersteller versuchten ihr Glück, doch stießen aufgrund der mitunter herausfordernden Wetterbedingungen in Finnland bereits beim ersten Schneefall an ihre Grenzen. Sensible 4 hat das Problem in Kooperation mit GIM Oy jedoch gelöst. Gemeinsam entstand die Idee, die finnische Automatisierungskompetenz in die Entwicklung zu integrieren und dabei die Witterungsverhältnisse entsprechend zu berücksichtigen. Der GACHA ist in der Lage, bei nahezu allen Bedingungen eine im Voraus kartographierte Strecke autonom abzufahren. Falls auf der Fahrt etwas Unvorhergesehenes passiert, kann das Fahrzeug stets sicher bremsen und per Fernsteuerung mit menschlicher Hilfe wieder in Gang gesetzt werden.

Da bleibt selbst die Polizei stehen

„Der Bus wurde vor einem Jahr in der Zentralbibliothek Oodi in Helsinki der Öffentlichkeit präsentiert. Seitdem wurden in Zusammenarbeit mit Nokia Pilotfahrten beispielsweise in Kera (Espoo) durchgeführt. Nach der Vorstellung gab es erneute Pilotversuche in Hyvinkää, Vantaa und Pasila. In Pasila sind nun drei Fahrzeuge unterwegs, von denen zwei Fahrgäste befördern können. Während der Corona-Pandemie konnte allerdings nur ein einzelner Testfahrer das Fahrzeug nutzen. Die äußere Erscheinung des GACHA sticht dabei besonders ins Auge – denn zu unbekannt war die Marke Dongfeng bislang in Finnland. „Wir waren es nicht gewohnt, Fahrzeuge dieses Herstellers auf unseren Straßen zu sehen. Selbst die Polizei hielt an, um den Bus zu begutachten und Fragen zu stellen“, sagt Tuomas Sauliala von der Entwicklungsabteilung des Unternehmens.

 

In Pasila sind nun drei Fahrzeuge unterwegs, von denen zwei Fahrgäste befördern können.
In Pasila sind nun drei Fahrzeuge unterwegs, von denen zwei Fahrgäste befördern können.

Ein Wachstumsunternehmen möchte die Welt erobern

„Unternehmenswachstum heißt bei uns Weiterentwicklung der Fahrzeuge. Das bedeutet, dass wir Autos und Technik für Testzwecke benötigen, die nicht gerade preisgünstig sind. Die meisten Tech-Unternehmen benötigen in der Startup-Phase lediglich Personal und entsprechende Computer. Wir benötigen zudem Sensoren, Fahrzeuge und die Einrichtungen, in denen gearbeitet werden kann. In der ersten Runde bekamen wir Investitionen von japanischen Investoren in Höhe von sechs Millionen Euro. Damit konnten wir die Autonomie und Softwareprodukte entwickeln und unsere Internationalisierung beschleunigen“, sagt Sauliala.

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Für die Weiterentwicklung der Fahrzeuge werden Sensoren, Fahrzeuge und die Einrichtungen, in denen gearbeitet werden kann, benötigt.
Für die Weiterentwicklung der Fahrzeuge werden Sensoren, Fahrzeuge und die Einrichtungen, in denen gearbeitet werden kann, benötigt.

 

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