Sensorik nach Maß sorgt für Logistik mit Clean-Effekt

02.12.2020

Die Reinigungsprofis von Rosa Toifl in Wien lassen Wäsche und Kunden wieder strahlen. Tonnen an Wäsche werden täglich abgeholt, gereinigt, getrocknet und auch wieder ausgeliefert. Eine logistische Meisterleistung, die nur dank modernster Technologie machbar ist. Gemeinsam mit SICK wurde eine maßgeschneiderte Lösung zum Sortieren unterschiedlicher Textilien entwickelt. Die größte Herausforderung dabei: Handtuch ist nicht gleich Handtuch.

Tonnen an Wäsche werden täglich abgeholt, gereinigt, getrocknet und auch wieder ausgeliefert.
Tonnen an Wäsche werden täglich abgeholt, gereinigt, getrocknet und auch wieder ausgeliefert.

Man kennt das: Gegen Ende der Woche kann es vorkommen, dass dem Wäschesack die Schmutzwäsche sprichwörtlich bis zum Hals steht. Und das bedeutet Arbeit – gepaart mit logistischem Feingefühl. Einräumen, waschen, rausnehmen, aufhängen. Waschgang für Waschgang – bis alles wieder blitzsauber ist. Und dann geht es richtig los, denn dann beginnt das Bügeln.

Im professionellen Bereich sind die Dimensionen noch einmal ganz andere. Das verrät ein Besuch beim Wiener Traditionsunternehmen Rosa Toifl – dem Experten in Sachen saubere Handtücher, Leintücher & Co. Insgesamt gehen dort täglich rund 55 Tonnen Wäsche rein und raus. Besser gesagt: schmutzig rein und sauber raus. Und dafür bedarf es besonders sauberer Arbeit – sprich: einer zuverlässigen technischen Lösung. Die richtige Logistik und Automation sind dabei unerlässlich. Dabei sorgt eine 2D-Machine-Vision-Lösung von SICK für eine vollautomatische Sortierung der Wäsche. Eine echte Herausforderung, weil sich die Handtücher ähneln, aber doch nicht ganz gleich sind.

 

Textilpflege seit über 50 Jahren

Toifl Textilpflege hat sich bereits seit 1954 der hochwertigen Reinigung und Pflege von Textilien aller Art verschrieben. „Wir legen größten Wert auf sorgfältige Behandlung, Hygiene und makellose Optik“, sagt der Vollbluttechniker Jakob Müller-Hartburg, Assistent der Geschäftsführung der Rosa Toifl & Co. GmbH. Das Spektrum dabei ist breit – textil- und branchentechnisch. So kommen die Kunden unter anderem aus der Gastronomie, der Hotellerie oder dem Krankenhaus- und Pflegebereich.

 

Vorsortierung, Sackspeicheranlage, Waschmaschinen und Trockner: die Wäsche auf der Reise

Die Abläufe auf den 4 Stockwerken bei Rosa Toifl sind komplex: Zuerst muss die gelieferte Schmutzwäsche in eines der oberen Stockwerke transportiert und dort in Säcken vorsortiert werden. Danach gelangen diese Säcke in eine Sackspeicheranlage, um rechtzeitig weiterzufahren und automatisiert in die Waschmaschinen befördert zu werden. Ist die Wäsche wieder sauber, fährt sie über eine Förderanlage zu den Trocknern. Bei Handtüchern wird eine Volltrocknung durchgeführt und danach automatisch entladen. Dann kommen das Falten und das Bereitstellen für die Auslieferung. „All diese Wege müssen logistisch und technisch im wahrsten Sinne des Wortes ‚sauber‘ umgesetzt werden – Stockwerk für Stockwerk“, sagt Müller-Hartburg. Insgesamt rund 55 Tonnen beträgt der Umschlag pro Tag – eine unglaubliche Menge Wäsche, die in Bewegung gehalten werden muss. Deshalb kommen hier endlos verwinkelt wirkende Transportlösungen zum Einsatz, die die Wäsche auf und ab durch das Haus befördern.

 

Ganz in Weiß

Eine der größten Herausforderungen ist das viele Weiß. Denn: „Die weiße Wäsche ist für die automatische Sortierung wirklich anspruchsvoll. Alles schaut gleich aus“, erklärt Jakob Müller-Hartburg. Eine effiziente Lösung musste her – idealerweise vollautomatisch. „Früher hatten wir eine finale Stelle, zu der sämtliche Wäsche gekommen ist, um sie noch einmal für den Versand zu sortieren. Dafür wurde aber mit zunehmendem Auftragsvolumen im Laufe der Zeit der Platz zu klein.“

Blitzschnell fährt der Schieber aus und lenkt die Frottee-Handtücher damit um. Das Kamerasystem und die schräge Leuchte sind im Blechkasten oberhalb verbaut.
Blitzschnell fährt der Schieber aus und lenkt die Frottee-Handtücher damit um. Das Kamerasystem und die schräge Leuchte sind im Blechkasten oberhalb verbaut.
Blitzschnell fährt der Schieber aus und lenkt die Frottee-Handtücher damit um. Das Kamerasystem und die schräge Leuchte sind im Blechkasten oberhalb verbaut.
Blitzschnell fährt der Schieber aus und lenkt die Frottee-Handtücher damit um. Das Kamerasystem und die schräge Leuchte sind im Blechkasten oberhalb verbaut.

Darum hat Müller-Hartburg mit den Spezialisten von SICK gemeinsam getüftelt. Das Ergebnis war eine geniale Idee: „Es gibt Kameras, die bereits alle möglichen Dinge erkennen. Und wenn es möglich ist, Oberflächen zu scannen, dann muss das auch bei der Struktur unserer Ware gehen. Nämlich dann, wenn man die Oberfläche im Detail checkt“, sagt Müller-Hartburg. „Zum Beispiel hat Frottee ein signifikantes Muster, es ist rauer und grober als andere textile Oberflächen.“

 

Intelligente Bildverarbeitungslösung: Es werde Licht

Dieses Muster der Material-Struktur war die Grundlage für die intelligente Bildverarbeitungslösung von SICK. „Wir bestrahlen die Wäsche schräg mit zusätzlichem Licht. Dadurch entsteht ein Schatten, anhand dessen man die Unregelmäßigkeit als deutliches Muster erkennt. Somit kann das 2D-Bildverarbeitungssystem schnell und zuverlässig zuordnen, ob es sich um ein Frottee-Handtuch handelt oder nicht, denn das bestimmt, welchen Weg das Wäschestück auf der Anlage nehmen muss“, erklärt der Experte von Rosa Toifl.

Eine vorgelagerte Lichtschranke aktiviert die Kamera im richtigen Augenblick.
Eine vorgelagerte Lichtschranke aktiviert die Kamera im richtigen Augenblick.
Eine vorgelagerte Lichtschranke aktiviert die Kamera im richtigen Augenblick.
Eine vorgelagerte Lichtschranke aktiviert die Kamera im richtigen Augenblick.

Vision-Toolbox Inspector: ein wachsames Auge

Die Inbetriebnahme des einfach zu konfigurierenden Systems erfolgte mithilfe der kostenfreien, vielseitigen Konfigurationssoftware SOPAS ET von SICK, die den Bedienern zudem laufend Bilder in Echtzeit liefert. Besonders praktisch: die gesamte Auswertung der angelernten Muster erfolgt an Bord der Vision-Toolbox Inspector, die perfekt für hohes Tempo und schnelle Schaltvorgänge ausgelegt ist. Die vielseitige Vision-Toolbox verbindet die Leistung eines 2D-Kamera mit der Benutzerfreundlichkeit eines intelligenten Sensors, ohne die Notwendigkeit zusätzlicher Hardware. Sie steuert direkt ein Ventil, das wiederum einen pneumatischen Zylinder mit einem Schieber ansteuert. Aktiviert wird der Inspector über eine vorgelagerte Lichtschranke. Hat er die Schatten auf der Oberfläche des Wäschestapels zugeordnet, erfolgt gegebenenfalls der Schaltbefehl an das Ventil. Je nachdem ob Frottee oder nicht, wird der Stapel vom Schieber blitzschnell umgelenkt oder eben nicht. So gelangt die Wäsche nach Material sortiert in den richtigen Bereich der Endfertigung, wo sie für den Versand vorbereitet wird. Eine perfekte Lösung.

2D Machine Vision
Die intelligente Bildverarbeitungslösung im komfortablen Sensorpaket
Inspector
Mit der kostenfreien Konfigurationssoftware SOPAS ET erfolgte die rasche und einfache Inbetriebnahme. Zusätzlich sind die Bilder des Inspector in Echtzeit zu sehen. Man erkennt deutlich die Struktur des weißen Handtuchs.
Mit der kostenfreien Konfigurationssoftware SOPAS ET erfolgte die rasche und einfache Inbetriebnahme. Zusätzlich sind die Bilder des Inspector in Echtzeit zu sehen. Man erkennt deutlich die Struktur des weißen Handtuchs.
Mit der kostenfreien Konfigurationssoftware SOPAS ET erfolgte die rasche und einfache Inbetriebnahme. Zusätzlich sind die Bilder des Inspector in Echtzeit zu sehen. Man erkennt deutlich die Struktur des weißen Handtuchs.
Mit der kostenfreien Konfigurationssoftware SOPAS ET erfolgte die rasche und einfache Inbetriebnahme. Zusätzlich sind die Bilder des Inspector in Echtzeit zu sehen. Man erkennt deutlich die Struktur des weißen Handtuchs.

Ausfallssicherheit statt schnell wachsender Wäscheberg

Bei 55 Tonnen Wäsche pro Tag ist Ausfallssicherheit ganz besonders wichtig. Selbst wenn ein Anlagenbereich nur kurz ausfällt, wächst der Wäscheberg schnell ins Unermessliche. Und große Platzreserven gibt es nicht. „Wir brauchen 1A Komponenten, zuverlässige Partner und ein ausgezeichnetes Technikerteam, das vor Ort sofort eingreifen kann“, sagt Müller-Hartburg, dem wichtig ist, so viel Kompetenz wie möglich im eigenen Haus zu haben. Er unterstreicht weiter: „Wir sind sehr stolz auf diese kreative, gemeinsame Lösung. Die Flexibilität und der Einsatz der SICK-Experten waren toll. Man hat gespürt, dass sie unsere Leidenschaft teilen. Das Projekt war wirklich eine Freude. Schade, dass es abgeschlossen ist, aber neue Ideen sind schon in der Pipeline und Sensorik von SICK ist dabei bestimmt wieder an Bord".

Matej Nujic, BSc, Sales Expert Industrial Vision and Systems bei SICK Österreich, Ing. Jakob Müller-Hartburg, Assistent der Geschäftsleitung bei Rosa Toifl und Ingo Wegscheider, Regional Sales Manager bei SICK Österreich (von links nach rechts)
Matej Nujic, BSc, Sales Expert Industrial Vision and Systems bei SICK Österreich, Ing. Jakob Müller-Hartburg, Assistent der Geschäftsleitung bei Rosa Toifl und Ingo Wegscheider, Regional Sales Manager bei SICK Österreich (von links nach rechts)
Matej Nujic, BSc, Sales Expert Industrial Vision and Systems bei SICK Österreich, Ing. Jakob Müller-Hartburg, Assistent der Geschäftsleitung bei Rosa Toifl und Ingo Wegscheider, Regional Sales Manager bei SICK Österreich (von links nach rechts)
Matej Nujic, BSc, Sales Expert Industrial Vision and Systems bei SICK Österreich, Ing. Jakob Müller-Hartburg, Assistent der Geschäftsleitung bei Rosa Toifl und Ingo Wegscheider, Regional Sales Manager bei SICK Österreich (von links nach rechts)

 

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