Integration mit starken Partnern: die e-F@actory Alliance von Mitsubishi Electric

06.10.2021

Mitsubishi Electric und SICK arbeiten bereits seit mehreren Jahren eng zusammen und haben diese erfolgreiche Kooperation nun noch ausgeweitet: SICK ist jetzt offizieller Partner der
e-F@ctory Alliance
von Mitsubishi Electric. Hierbei handelt es sich um ein globales Netzwerk mit über 300 Mitgliedern, das Hersteller von Industriekomponenten, Systemintegratoren und Softwareanbieter umfasst. Die e-F@ctory-Alliance-Partner arbeiten gemeinsam an optimierten Lösungen für individuelle Kundenanforderungen. Vor allem in den Bereichen industrielle Bildverarbeitung und Sicherheitstechnik kooperieren SICK und Mitsubishi Electric bei der Entwicklung innovativer Lösungen.

Im Interview sprechen Andreas Fritzsche, Technical Industry Manager bei der SICK AG, und Andreas Pfaff, Division Manager Factory Automation European Development Center bei Mitsubishi Electric, über die erfolgreiche Zusammenarbeit.

Collaboration between SICK and Mitsubishi Electric
Collaboration between SICK and Mitsubishi Electric

Wie kam es zur Zusammenarbeit zwischen Mitsubishi Electric und SICK?

Andreas Pfaff: Ursprung für die Zusammenarbeit im Bereich Sicherheit („Safety“) waren die unterschiedlichen Prinzipien, die vor allem in asiatischen und westlichen Ländern bei der Sicherung von Maschinen und Anlagen lange Zeit verfolgt wurden. Hier gab es ganz verschiedene Herangehensweisen. Uns ist es wichtig, auf die unterschiedlichen Ansätze optimal eingehen zu können. Durch die Partnerschaft mit SICK konnte Mitsubishi Electric das eigene Produktportfolio in diesem Bereich ideal erweitern. So können wir unseren Kunden umfassende Lösungen für die verschiedensten Industrieanforderungen anbieten.

Andreas Fritzsche: Und die Zusammenarbeit zwischen SICK und Mitsubishi Electric besteht schon lange. Im Bereich Sicherheitstechnik haben wir auch schon viele gemeinsame Aktionen durchgeführt, z. B. verschiedene Exponate auf internationalen Messen. Um diese langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit im Bereich Sicherheit weiterzuführen, sind wir nun auch das Segment der industriellen Bildverarbeitung angegangen.

Was ist der Vorteil dieser Partnerschaft für die Mitglieder?

Pfaff: Generell haben die Mitglieder der e-F@ctory Alliance die Möglichkeit, auf eine Vielzahl an Lösungen zurückzugreifen und Partner zu konsultieren. So können sie ihren Kunden auch in solchen Bereichen helfen, in denen das eigene Angebot nicht ausreichend ist. Speziell in der fehlersicheren Automatisierung können unsere Partnerunternehmen durch die vielfältigen Lösungen von Mitsubishi Electric in Verbindung mit der funktionalen Sicherheitstechnik und Sensorik von SICK auf kompetente und solide Partner bauen.

Andreas Fritzsche (SICK) and Andreas Pfaff (Mitsubishi Electric)
Andreas Fritzsche (links), Technical Industry Manager bei der SICK AG, und Andreas Pfaff, Division Manager Factory Automation European Development Center bei Mitsubishi Electric
Andreas Fritzsche (SICK) and Andreas Pfaff (Mitsubishi Electric)
Andreas Fritzsche (links), Technical Industry Manager bei der SICK AG, und Andreas Pfaff, Division Manager Factory Automation European Development Center bei Mitsubishi Electric

Was ist der Vorteil dieser Partnerschaft für die Kunden?

Pfaff: Der große Vorteil für unsere Kunden ist es in erster Linie, dass ihnen direkt und unkompliziert ein umfassendes Lösungsangebot für ihre Automatisierungsvorhaben zur Verfügung steht. Auch wenn die Aufgabenstellung mal komplexer ausfällt, finden sich bei der Suche nach passenden Produkten und Lösungen innerhalb der e-F@ctory Alliance schnell hervorragende Ergebnisse.

Fritzsche: Zudem sind Lösungen mit Sensorik und Steuerungen für die Maschinenautomation einfacher umzusetzen. Die Partner der e-F@ctory Alliance garantieren ein sicheres, reibungsloses Zusammenspiel ihrer Automatisierungssysteme und bieten damit effiziente Lösungen.

Pfaff: Großgeschrieben wird auch der umfassende Support, von der Konzeptionierung bis hin zur Inbetriebnahme, natürlich auch wenn danach noch mal Fragen aufkommen.

Wie sieht die gemeinsame Lösung im Bereich Sicherheitstechnik aus?

Pfaff: Die jüngste gemeinsame Lösung ist eine Erweiterung unserer kompakten SPS-Serie MELSEC iQ-F mit der Steuerungstechnik von SICK. Durch das von SICK entwickelte und gefertigte Hauptmodul FX5-SF-MU4T5 kann unsere Kompakt-SPS FX5 um eine Sicherheitssteuerung erweitert werden. Das SICK-Modul wird dabei einfach wie andere iQ-F-Erweiterungsmodule rechtsseitig an den FX5-Systembus angeschlossen. Über den Bus kann die FX5-Steuerung dann Informationen aus dem Sicherheitsmodul auslesen und für eine Gesamtsteuerungslösung verwerten, ohne dabei den Status der Fehlersicherheit zu beeinträchtigen.

Model of the new solution by SICK and Mitsubishi Electric
Model of the new solution by SICK and Mitsubishi Electric

Welchen Mehrwert haben die Kunden von dieser maßgeschneiderten Sicherheitslösung?

Pfaff: Unsere MELSEC iQ-F-Serie ist aufgrund ihres großen Leistungsumfangs eine der führenden SPSen in kleinen und mittleren Maschinen und Anlagen. Die SPS-Familie bietet selbst bereits vielfältige Netzwerkanbindungen, leistungsfähige Analogsignalverarbeitung sowie die Steuerung von Servo/Motion. Durch die Sicherheitslösung mit dem FX5-SF-MU4T5 und dessen Erweiterungsmodul wird dann zusätzlich die Ausstattung mit funktionaler Sicherheit ermöglicht. Während das Safety-Modul dabei autark für die funktionale Sicherheit sorgt, bietet die Interaktion mit der MELSEC iQ-F-SPS über deren Systembus die Realisierung eines zuverlässigen Gesamtsteuerungskonzepts.

Fritzsche: Fachpersonal ist leider rar, besonders bei Sicherheitstechnikern. Diese maßgeschneiderte Sicherheitslösung hat den Vorteil, sehr bedienungsfreundlich zu sein. So können z. B. vor- oder nachgelagerte Maschinenteile ohne eine fehleranfällige externe Verdrahtung überprüft werden. Dies spart nicht nur Zeit, sondern auch Kosten.

Pfaff: Darüber hinaus kann der Status der Sicherheitsanwendung in dem an der iQ-F angeschlossenen HMI oder über die mittels iQ-F-Netzwerkschnittstellen angeschlossenen Informationssysteme visualisiert werden.

Welche Anwendung zur Integration von industrieller Bildverarbeitung wurde entwickelt?

Fritzsche: Die Lösung kombiniert die 2D-Vision-Kamera Inspector PIM60 von SICK mit einer SPS-Steuerung von Mitsubishi Electric und ist für ein breites Anwendungsfeld geeignet: von der Automobilindustrie, über die Nahrungsmittelproduktion bis hin zum Maschinenbau. Die Lösung ermöglicht beispielsweise eine einfache visuelle Inspektion in einer Verpackungslinie. Es kann geprüft werden, ob eine Kappe korrekt eingeführt wird oder ein Verschluss an der richtigen Stelle sitzt. Eine Formprüfung in der mechanischen Teilefertigung ist eines von vielen anderen Beispielen von heute üblichen Inspektionsaufgaben.

Pfaff: Außerdem wurde mit der entwickelten Lösung für die Anwender unserer Steuerungstechnik der Zugriff auf das vielfältige Portfolio von SICK im Bereich der industriellen Bildverarbeitung geschaffen. Eine einfache Integration von Sensorik und Steuerungstechnik hängt, neben der Kommunikationstechnik, auch von der Unterstützung durch SPS-Programmierwerkzeuge ab. Ein Kern der entwickelten Lösung sind daher Funktionsbausteine für unsere Engineering-Software GX Works, die eine unkomplizierte Einbindung der industriellen Bildverarbeitung in das Steuerungskonzept ermöglichen.

2D vision camera from SICK
2D vision camera from SICK

Welchen Vorteil haben Kunden von dieser gemeinsamen Vision-Lösung?

Fritzsche: Die komplexe Datenschnittstelle wird mit einer Funktionsbibliothek unterstützt und das Engineering der Integration wird sehr vereinfacht. Zudem ist ein Videotutorial vorhanden, das dem Anwender die korrekte Umsetzung verständlich vermittelt.

Pfaff: Durch den Einsatz der gemeinsamen Vision-Lösung können unsere Kunden ihre Prozesse optimieren, Produktionsaufwände minimieren und Qualität sicherstellen oder sogar erhöhen. Dabei können sie, wie bei allen e-F@ctory-Lösungen, auf erprobte Technologien und umfangreichen Support vertrauen.

Würden Sie diesen Satz für uns beenden: Die e-F@ctory Alliance der Zukunft …

Fritzsche: … zeigt dem Anwender, dass Integration mit starken Partnern effizient und einfach gelingen kann.

Pfaff: … ist den Anforderungen der Kunden immer um die nächste herausragende Lösung voraus.

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