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Arzneimittel: Glänzende Aussichten beim Schutz vor Manipulationen

29.10.2015

Glänzende Aussichten im Kampf gegen die Fälschung oder Manipulation von Arzneimittelverpackungen eröffnet der Glare von SICK. Der innovative Glanzsensor wurde konsequent auf die Ziele der Norm „Verpackung - Merkmale zur Überprüfung von Manipulationen an Arzneimittelverpackungen hin entwickelt. Bosch Packaging Technology setzt den Glare erfolgreich in seinen flexiblen CPS-Serialisierungslösungen ein und erreicht eine zuverlässige Detektion von transparenten, maschinell applizierten Tamper-evident-Sicherheitsetiketten.

 

Glare_Bosch-Packaging

 

Gefälschte Arzneimittel - ein globales Problem: Bei Medikamenten mit einem hohen Umsatz oder einem hohen Abgabepreis ist die Gefahr von Fälschungen besonders groß. Expertenschätzungen gehen davon aus, dass weltweit mehr als jedes zehnte Präparat gefälscht ist - bei Medikamenten im Internet sollen es sogar über 50 % sein. Will der Käufer bei Bestellung über das Internet anonym bleiben, muss er Untersuchungen zufolge sogar mit einer Fälschungsquote von bis zu 95 % rechnen - berechnet auf alle im Web angebotenen Produkte.  

 

Tamper Evidence: Klarsichtlabels beweisen Erstöffnung von Faltschachteln

Die Norm EN 16679:2014 ist eine Ergänzung der Fälschungsschutzrichtlinie 2011/62/EU (engl.: FMD = Falsified Medicines Directive). Die Umsetzung dieser Norm soll die Echtheit und Identifikation einzelner Verpackungen gewährleisten - und so das Einschleusen gefälschter oder veränderter Medikamente und Lifestylepräparate in die legale Distributionskette verhindern. Dafür empfiehlt die EN 16679:2014 verschiedene Versiegelungsoptionen, die ein unbemerktes Öffnen und Wiederverschließen von Verpackungen verhindern und so maximale Manipulationssicherheit gewährleisten sollen. „Neben Faserrissetiketten, die beim Öffnen irreversibel beschädigt werden, und Void-Folien, bei denen sich nach dem ersten Ablösen zuvor unsichtbare Texte oder Muster zeigen, bewähren sich sogenannte Tamper-evident- Sicherheitsmerkmale in der Praxis. Das sind transparente, selbstklebende Siegeletiketten mit Reißverschlussperforation über den Einschublaschen von Faltschachteln, erklärt Daniel Sanwald, Produktmanager bei Bosch Packaging Technology.

 

Tamper-evident-Sicherheitsetikett

 

Als Schutz vor einer Erstöffnung beeinträchtigen durchsichtige Siegeletiketten weder das Verpackungsdesign noch decken sie vorgeschriebene Beschriftungen auf der Verpackung ab. Die Zerstörung der Perforation nach dem ersten Öffnen, das heißt die dabei entstehende Aufreißkante, ist jedoch sofort sichtbar. „Im Rahmen unserer CPS-Faltschachtelbedruckungs- und Verifizierungssysteme bieten wir die Tamperevident- Funktion als optionales Modul an, das auch auf einfache Weise in bestehende Verpackungs- und Serialisierungslösungen nachgerüstet werden kann, sagt Sanwald. „Bei den meisten Verpackungen sind es zwei Etikettenspender, die die Sicherheitsetiketten an den beiden Einschublaschen aufbringen. Um mögliche Spende- oder Applizierungsfehler sofort zu erkennen, war die 100%ig zuverlässige Detektion der aufgebrachten Etiketten hierbei die besondere Herausforderung.

 

Glare - wenn Glanzeigenschaften den Unterschied machen

Glanz - für Sensoren sonst oft ein Störfaktor - ist für den Glare eine vorteilhafte Objekt- oder Oberflächeneigenschaft mit hohem Nutzwert: Die Delta-S-Technologie ermöglicht eine zuverlässige Detektion. Der Glare bietet eine Tastweite von 50 mm und verfügt über zwei Empfängerzeilen und acht Sendeachsen. Die Rotlicht-LEDs senden mit unterschiedlichen Abstrahlrichtungen und erzeugen eine Lichtfleckgröße von etwa 10 mm x 13 mm. Dieser Aufbau macht den Sensor unempfindlich gegen Vibrationen während des Maschinenbetriebs oder Verkippungen der sich vorbeibewegenden Objekte und gewährleistet so eine zuverlässige Erfassung von Glanzänderungen zwischen Etikett und Verpackung. „Für uns als Maschinenbauer ist zudem wichtig, dass der Glare weder aufwendig parametriert werden muss noch dass wir Beleuchtungen einstellen oder Abschirmungen gegen Fremdlicht vornehmen müssen, weist Sanwald auf die einfache Integrierbarkeit des Glanzsensors hin. Im Betrieb unterscheidet der Glare gerichtete und diffuse Reflexionen voneinander, indem er mit einem intelligenten Algorithmus das Empfangssignal bezüglich der räumlichen Verteilung auswertet. Durch die gleichzeitige Betrachtung der dynamischen Übergänge zwischen den Glanzzuständen erreicht der Glare zudem eine hohe Signalgüte. 

 

 

IO-Link als effiziente Option

Optional kann der Glare per IO-Link in die Maschinensteuerung integriert werden. Dadurch wird der Sensor über die Steuerung eingestellt und kann im Betrieb umfangreiche Prozessdaten bereitstellen, die in der SPS oder der Bedienoberfläche zielgerichtet verarbeitet werden. Die Konfigurationsdaten werden - wie im Pharmaumfeld gefordert - zentral in der Maschinensteuerung abgespeichert. Sie können beim Wechsel auf eine andere Verpackung oder bei einem Gerätetausch an den Sensor übertragen werden. Darüber hinaus gibt der Glare bei Verschmutzung, z. B. durch Kartonstaub, eine Störmeldung an den Bediener aus.

         

       

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