Absolut-Encoder unterstützen Behandlungserfolg im OP-Saal

07.01.2026

Wenn Ärzte wissen wollen, was im Inneren eines Patienten vor sich geht, können sie sich verschiedener Bildgebungsverfahren bedienen, die unterschiedliche Gewebearten, Funktionen oder Strukturen im Körper sichtbar machen. Die mobilen C-Bögen von Ziehm Imaging nutzen fortschrittliche röntgenbasierte Technologien, um eine präzise und effiziente intraoperative Visualisierung zu gewährleisten. Damit nicht ausgerechnet eine kleine Batterie im Bewegungssensor eines C-Bogens zum großen Problem im OP-Saal wird, vertraut das Medizintechnikunternehmen aus Nürnberg auf Absolut-Encoder von SICK in kundenspezifischer Ausführung.

Ein Operationsteam arbeitet im OP-Saal mit einem mobilen C-Bogen von Ziehm Imaging zur intraoperativen Bildgebung.
Ein Operationsteam arbeitet im OP-Saal mit einem mobilen C-Bogen von Ziehm Imaging zur intraoperativen Bildgebung.

Ziehm Imaging wurde 1972 in Nürnberg gegründet und ist auf die Entwicklung, Produktion und weltweite Vermarktung von C-Bögen, also mobilen röntgenbasierten Bildgebungslösungen, spezialisiert, mit denen klinischen Abläufe optimiert werden können. Die nach ihrer charakteristischen Form benannten Medizingeräte werden bei einer Operation in unterschiedlichen Richtungen, Winkeln und Längen um den Patienten auf dem OP-Tisch bewegt – ohne dass die untersuchte Person davon etwas merkt. Im OP-Saal unterstützen die exzellente Bildqualität, die große Flexibilität und Mobilität von C-Bögen wie dem Ziehm Vision RFD Hybrid Edition so einen optimalen Behandlungserfolg. Daher werden sie weltweit für unterschiedlichste klinische Anwendungen eingesetzt – aktuell sind mehr als 22.000 C-Bögen in über 80 Ländern installiert und jedes Jahr kommen etwa 1.500 weitere Geräte hinzu. 

„Unsere C-Bögen finden nicht nur in der Wirbelsäulenchirurgie, Orthopädie und Traumatologie, sondern auch in der Gefäßchirurgie sowie immer häufiger in den Bereichen Bronchoskopie und Onkologie Anwendung und werden somit den höchsten klinischen Anforderungen gerecht. Kliniken profitieren von den geringen Installationskosten, der niedrigeren Strahlendosis sowie der hohen Flexibilität durch die Mobilität der C-Bögen“, erläutert Martin Ringholz von Ziehm Imaging. Er kennt sich als ehemaliger Produktmanager und jetziger Director Global Marketing des Innovationsführers für mobile C-Bögen bestens mit intraoperativen mobilen Bildgebungslösungen aus – und damit auch mit den technischen Anforderungen und täglichen Herausforderungen. Die wohl wichtigste davon lautet: Ausfallgefahren im OP vermeiden.

Zuverlässigkeit für jeden Klinikalltag gewährleisten

Und genau darum ging es, als Produktverantwortliche von Ziehm Imaging sich im Jahr 2023 für SICK als Hauptlieferanten für Absolut-Encoder entschieden. Es ging um Qualitätsprobleme mit den bislang eingesetzten Absolut-Multiturn-Encodern, genauer gesagt um die Verfügbarkeit eines winzigen Bauteils darin: einer Batterie. Sie hat die Aufgabe, die elektronische Zählung der Umdrehungen – deswegen Multiturn – auch bei Stromausfall oder abgeschaltetem System aufrechtzuerhalten. Fällt die Batterie aus, gibt es keine Positionswerte mehr. „Da unsere C-Bögen nicht nur servomotorisch, sondern je nach Bedarf manuell, also ohne Stromversorgung, bewegt werden können, muss bei jedem Wiedereinschalten des Motors die absolute Position des C-Bogens sofort für die Steuerung des Geräts bereitstehen“, erklärt Martin Ringholz. „Der Arzt erwartet während einer laufenden OP die volle Funktionsfähigkeit des C-Bogens, zumal ja beispielsweise Eingriffe am Herzen für den Patienten hoch kritisch sein können. Da muss die Medizintechnik ohne Kompromisse und Ablenkung von der Behandlung performen.“ 

Ein Operationsteam führt einen Eingriff durch, nutzt einen mobilen C-Bogen „Ziehm Vision RFD“ und überwacht die Bildgebung auf einem Monitor mit einem Röntgenbild.
Ein Operationsteam führt einen Eingriff durch, nutzt einen mobilen C-Bogen „Ziehm Vision RFD“ und überwacht die Bildgebung auf einem Monitor mit einem Röntgenbild.

In den allermeisten Fällen, im üblichen Klinikalltag, arbeiten die C-Bögen auch mit höchster Zuverlässigkeit – die Batterieausfälle traten vor allem nach langen Standzeiten der C-Bögen auf, wenn ein Austausch-Encoder lange Zeit als Ersatzteil im Lager verbrachte oder Encoder bei Transport und Lagerung klimatisch anspruchsvolle Bedingungen zu meistern hatten.

 

Multiturn-Getriebe statt Batterie: der AFM60 SSI in kundenspezifischer Ausführung

Mit dem Absolut-Encoder AFM60 SSI gehören diese Ausfallursachen der Vergangenheit an. Das rotative Messsystem bietet eine maximale Gesamtauflösung von bis zu 30 bit, eine große Auswahl an programmierbaren Parametern, gute Rundlaufeigenschaften und eine kompakte Bauform. „Vor allem aber nutzt er für die Multiturn-Zählung ein robustes mechanisches Getriebe und funktioniert unabhängig von Standzeiten und Umfeldbedingungen immer gleich zuverlässig“, sagt Martin Hummel, der zuständige Produktmanager bei SICK. Dass die hohe Auflösung und Messgenauigkeit zudem ideal sind für die anspruchsvolle Anwendung in den C-Bögen, bestätigt Martin Ringholz: „Dank dieser Merkmale kann der Operateur beispielsweise mit dem C-Bogen Ziehm Vision RFD Hybrid Edition harmonische, leichtgängige Bewegungen ohne Ruckeln oder Nachschwingen ausführen und für die intraoperative Bildgebung exakt positionieren. Dadurch ist beispielsweise eine Überprüfung von OP-Ergebnissen schon während des Eingriffs möglich.“ 

Zu sehen ist ein komplettes mobiles C-Bogen-System mit Röntgengerät, Monitoren, Steuerkonsole und Zubehör für die intraoperative Bildgebung.
Die mobilen C-Bögen nutzen fortschrittliche röntgenbasierte Technologien, um eine präzise und effiziente intraoperative Visualisierung zu gewährleisten.
Zu sehen ist ein komplettes mobiles C-Bogen-System mit Röntgengerät, Monitoren, Steuerkonsole und Zubehör für die intraoperative Bildgebung.
Die mobilen C-Bögen nutzen fortschrittliche röntgenbasierte Technologien, um eine präzise und effiziente intraoperative Visualisierung zu gewährleisten.

Aber nicht nur die Funktionalität des AFM60 SSI überzeugte Ziehm Imaging, sondern auch die Möglichkeit der kundenspezifischen Auslegung. So erhielt der „Ziehm-Imaging-Encoder“, von dem bis zu vier pro C-Bogen eingesetzt werden, eine in Sonderlänge konfektionierte Anschlussleitung mit Molex-Stecker sowie ein kundenspezifisches Etikett, das den Firmware-Stand des Encoders ausweist und wichtige, produkt- und medizintechnische Daten für die Identifikation und Rückverfolgbarkeit trägt. 

Absolut-Encoder
Hochauflösender Absolut-Encoder mit SSI-Schnittstelle, optional programmierbar
AFS/AFM60 SSI

 

Customization bedeutet Kundenzufriedenheit 

„Überhaupt“, so Martin Hummel, „ist Customizing eine unserer Stärken, denn erst die anwendungsspezifische Individualisierung ermöglicht oft den perfekten Kundennutzen.“ Und die Vielfalt der Anpassungsmöglichkeiten ist durchaus beeindruckend: Stecker, Leitungsanschlüsse, Leitungslängen, Ader- und Pin-Belegungen, Adapterflansche, Montagelochbilder, Drehmomentstützen, unterschiedliche Längen, Durchmesser und Designs von Wellen, elektrische Schnittstellen mit kundenspezifischer Parametrierung und Kommunikationsschnittstelle oder Software – und natürlich auch Kombinationen davon. „Kundenbedürfnis statt Katalog“, fasst es der SICK-Produktmanager zusammen, „fast alles ist möglich, um einen Encoder zu individualisieren, damit die Lösung wie bei Ziehm Imaging perfekt zur Kundenanforderung passt.“ 

 

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