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Gasentnahmesystem SCP 3000: Manche mögen’s heiß
Bei der Zementproduktion ist die schwierigste Messstelle der Einlauf des Drehrohrofens. Nicht die zu messenden Gaskomponenten oder die Schnelligkeit der Analyse sind dabei das Problem – es sind die Bedingungen, die im Ofen herrschen. Das Gasentnahmesystem SCP 3000 hält ihnen stand: Es wurde speziell für diese schwierige Aufgabe konzipiert.
>> Das Brennen von Zement ist ein sehr energieaufwändiger Prozess, da hohe Temperaturen erforderlich sind und große Materialmengen umgesetzt werden. Die Gasanalyse im Drehrohrofeneinlauf hilft Energie zu sparen und den Prozess und die Schadstoffemission zu optimieren. Anhand der Sauerstoff- und Kohlenmonoxid-Konzentration im Ofen kann der Brenner optimiert und durch eine Kohlendioxid-Messung der Grad der Kalzinierung überwacht werden. Die Produktqualität wird wesentlich durch die thermischen Bedingungen im Ofen bestimmt, die sich über eine Stickoxid-Analyse im Ofeneinlauf kontrollieren lassen.

Doch die Bedingungen im Ofeneinlauf sind alles andere als einfach für eine Gasentnahme. Aus dem Vorwärmer fällt das Rohmehl in den Ofen, so dass es zu sehr hohen Staubbeladungen kommt. Außerdem kann die Entnahmesonde durch herabfallendes Material und Staub, der überdies an der Sonde anbacken kann, mechanisch stark belastet werden. Auch die hohen Temperaturen und aggressive Gaskomponenten beanspruchen das Material der Sonde.

Das Entnahmesystem SCP 3000 ist den harten Anforderungen optimal angepasst. Es besteht aus einer wassergekühlten Entnahmesonde mit einer Filtereinheit, die auf einer Verfahrvorrichtung mit staubgeschütztem Spindelantrieb montiert ist. So kann sie jederzeit aus dem Ofen ausgefahren werden. Eine Drehvorrichtung sorgt in regelmäßigen Abständen dafür, dass Rohmehl vom Sondenrohr abgeschüttelt wird. Dadurch kann es nicht anbacken, und die Sonde muss nur noch selten aus dem Ofen ausgefahren und manuell gereinigt werden. In regelmäßigen Abständen werden das Innere der Sonde und der 0,1-µm-Glasfaserfilter der Filtereinheit automatisch mit Druckluft gereinigt. Der Staub wird in den Prozess zurückgeblasen. Insgesamt steigt so die Verfügbarkeit der Gasentnahme deutlich.

Gekühlt wird die Sonde über ein leistungsfähiges Wasser/Wasser- oder Wasser/Luft-Kühlaggregat. Im Sondeninneren wird dabei die Gastemperatur über dem Säuretaupunkt gehalten, so dass es keine Kondensation im Sondenrohr oder Staubfilter gibt. Bei Stromausfall oder Störungen fährt ein pneumatischer Motor die Sonde automatisch aus, um sie vor Beschädigung zu schützen. Ein Steuer- und Versorgungsschrank überwacht alle Funktionen und die Energie- und Kühlwasserversorgung; über ihn und ein Vor-Ort-Bedienfeld kann die Sonde auch manuell verfahren oder rückgespült werden. Die eingebaute SPS im Schrank dient auch als Schnittstelle zu einem übergeordneten Leitsystem und zum Analysenschrank.