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Der Lack ist dran: Wie BERNATH ATOMIC hilft, Stahl zu beschichten
Stahl, einer der wichtigsten Werkstoffe in Industrie und Architektur, braucht Farbe und Schutz gegen Rost. Meist wird er schon beim Hersteller mit dem nötigen Lack überzogen. Bei der Salzgitter Flachstahl AG sind Messgeräte von BERNATH ATOMIC dabei, wenn der Stahl dort in einer ausgeklügelten Anlage beschichtet wird. Mitarbeiter lernten das energie- und kostensparende Konzept bei einem Besuch näher kennen.
>> Entfetten, lackieren, einbrennen und wieder aufwickeln: Das sind die Schritte in dem kontinuierlichen Beschichtungsprozess, bei dem das kaltgewalzte Feinblech von der Rolle bei der Salzgitter Flachstahl AG veredelt wird. Mit einer Geschwindigkeit bis zu 120 Meter pro Minute läuft dabei das 600 bis 1.870 mm breite und 0,35 bis 2 mm dicke Stahlband durch die Anlage.

Zu Beginn wird das Band durch einen Speicher geführt. Der hält in riesigen Schlaufen „Reserven“ zurück, damit eine neue Rolle Stahlband angeheftet werden kann. Der Speicherinhalt ist für den kontinuierlichen Betrieb notwendig und hängt von den Behandlungsgeschwindigkeiten in den einzelnen Anlagengruppen ab. Wie viele Meter Band im Speicher sind, wird angezeigt. Daraus lässt sich berechnen, wie schnell eine neue Rolle – englischer Fachausdruck: „Coil“ – angesetzt werden muss.

Anschließend wird das Band entfettet und gereinigt. In „Coatern“ (Beschichtern) werden Aktivierung, Grund- und Decklack aufgetragen. Nach jeder Beschichtung durchläuft das Band eine der Ofenanlagen zum Einbrennen; die Lacklösemittel verdampfen. Je nach Auftrag wird dann die unlackierte Seite mit einem konservierenden Spezialöl gegen Rost besprüht.

Am Ende der Anlage läuft das Band durch einen zweiten Speicher bis zur Trennanlage. Dort wird es fortlaufend sauber abgeschnitten und heraus- genommen. Der zweite Speicher nimmt inzwischen das nachfolgende fertig lackierte Band aus der laufenden Produktion auf. Zur Qualitätskontrolle wird dabei ein Probestück entnommen. Zum Schluss werden die fertigen Coils verpackt, verwogen und für den Versand bereitgestellt.

Abnehmer des beschichteten Materials sind vor allem die Autoindustrie, die Bauindustrie (Wand- und Deckenprofile) und die Hersteller der sogenannten „weißen Ware” – Massengüter wie Kühlschränke, Waschmaschinen, Leuchten etc., aber auch Hersteller der „braunen Ware”, wie Unterhaltungselektronik.

Die Vorteile der Bandbeschichtung beim Stahlhersteller liegen auf der Hand: Eine aufwändige Stücklackierung entfällt, Qualität und Farbe sind gleichmäßig. Und der Prozess lässt sich energiesparend gestalten – also umweltfreundlich und kostengünstig zugleich. Dafür sorgt vor allem ein nahezu geschlossenes Ofenkonzept: Umgebungsluft wird durch die Coaterhäuser, durch einen Wärmetauscher und später zu den Ofenanlagen geführt. Jede Ofenanlage besteht aus mehreren Zonen und ist mit Brennern, die die Luft weiter aufheizen, und mit Umluftventilatoren versehen. Die gemeinsame Abluft wird in den Brennerraum eines Thermoreaktors geleitet, wo die verdunsteten Lösemittel nahezu vollständig verbrannt werden.

Das Konzept: Je mehr brennbare Lösemittel in der Umluft der Ofenanlagen vorhanden sind, desto weniger Erdgas wird zur Befeuerung des Thermoreaktors gebraucht. Das macht die Anlage wirtschaftlicher. Dasselbe gilt für jede einzelne Zone der Ofenanlage mit Brenner: Je weniger frische und damit kalte Luft zugeführt wird, desto höher ist die Umluft, und umso weniger Erdgas benötigt der Brenner.

Gefährlich jedoch: Würde eine kritische Konzentration, die sogenannte untere Explosionsgrenze (UEG), erreicht, könnten die offenen Flammen der Brenner eine Explosion und damit verheerende Schäden auslösen. Schon darum müssen die kritischen Zonen der Ofenanlagen wie auch die gemeinsame Abluft, die zum Thermoreaktor führt, mit sekundenschnell arbeitenden Gaswarngeräten kontrolliert werden. Konzentrationsmessgeräte werden auch eingesetzt, um die Umluftmengen in den einzelnen Zonen der Öfen sowie die Abluftmengen zu regeln – was für eine gute Anreicherung und damit wirtschaftlichen Betrieb sorgt.

Die Salzgitter Flachstahl AG setzt dafür in den ersten drei Zonen und in der gemeinsamen Abluft der Ofenanlagen jeweils ein EuroFID-Messgerät von BERNATH ATOMIC ein. Führend in der Instrumentierung von Bandbeschich- tungsanlagen, liefert BERNATH ATOMIC seit 1977 Konzentrationsmessgeräte für diese Anwendung. Die Bedieneinheiten der insgesamt acht Konzentrations- messgeräte wurden auf Wunsch der Salzgitter Flachstahl AG in einem Messschrank untergebracht.

Volkmar Weiß von der Salzgitter Flachstahl AG: „Die Produkte von BERNATH ATOMIC wurden uns von unserem Ofenlieferanten GATV aus Leverkusen ausdrücklich empfohlen. Die Anlage wurde im Jahr 2000 in Betrieb genommen, und ich habe bisher nichts Negatives von der Serviceabteilung gehört, die für die Wartung verantwortlich ist. Wir haben ein sehr gutes Gefühl der Sicherheit.“

Auch mit dem After-Sales-Service von BERNATH ATOMIC sei man sehr zufrieden gewesen. „Der war sogar so gut, dass wir nach einer gewissen Zeit auch noch unsere Altanlage mit Ihren Geräten nachgerüstet haben. Und das, obwohl bei einer bestehenden Anlage wie dieser, die nur maximal bis zu 25 % UEG betrieben wird, eine Überwachungsanlage gesetzlich gar nicht vorgeschrieben ist.“