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Mit kompakter Bauform und elektronischem Typenschild zum Erfolg
 
 


SICK insight:
Herr Weyer, beschreiben Sie uns doch bitte kurz die (ver-)packende Geschichte Ihres Unternehmens.

Klaus Weyer: Die ELAU AG gehört mit mehr als 26 Jahren Erfahrung in der Automatisierungstechnik zu den Pionieren der Branche. 1994 wurde der Generalist zum Spezialisten, denn wir haben uns ausschließlich auf die Maschinenautomatisierung in der Konsumgüterindustrie konzentriert. Neben Produktionsmaschinen und Robotern standen und stehen vor allem Verpackungsmaschinen im Fokus. Durch die Fokussierung auf nur eine bestimmte Branche sind wir nicht nur zum Technologieführer in der Packaging Automatisierung geworden – wir sind mit 275 Mitarbeitern und einem Umsatz von 50 Mio. € der schnellst wachsende Automatisierer dieser Branche.

SICK insight: Ein halbes Jahr nach der Interpack in Düsseldorf: Wie stellt sich der Markt dar, welche Technologietrends sind zu erkennen?
Klaus Weyer: Die Anzahl der Hersteller von Verpackungsmaschinen ist überschaubar, wobei jedes Unternehmen seine speziellen Stärken aufweist. Die Anbieter – ich schätze weltweit so um die 3.000 Unternehmen – kommen neben Japan im wesentlichen aus den USA, Italien, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Skandinavien und der Schweiz. Sie sehen sich alle zentralen Forderungen seitens des Marktes gegenüber. Während für den Anwender der Maschine die Themen Flexibilität, Wirtschaftlichkeit und Produktionsqualität der Maschine wichtig sind, drücken den Maschinenbauer zusätzlich die Herstellkosten und Garantiekosten seiner Maschine sowie die Thematik Time to Market. Daraus ergeben sich gewisse Technologietrends, z. B. kompakte Maschinenabmessungen, zentrale Steuerungslösungen sowie die einfache Integration von Logik und Motion Control.

Je geringer der Montageplatz, desto wichtiger sind kompakte Antriebsformen.
SICK insight: Welchen Ansatz verfolgen Sie vor diesem Hintergrund mit ihrem Automatisierungssystem PacDrive?

Klaus Weyer: Mit der Einführung des Motion/Logic Control Systems PacDrive™ im Jahr 1998 hat ELAU weltweit einen Maßstab gesetzt, an dem sich alle Automatisierungssysteme für Konsumgütermaschinen orientieren und auch messen lassen müssen. Es umfasst eine skalierbare Steuerungspalette, eine durchgängige HMI-Range, dynamische Servoantriebe sowie leistungsstarke Software Tools. Mittlerweile steuert PacDrive™ mehr als 25.000 der besten Maschinen weltweit – und jährlich kommen mehrere Tausend dazu.
PacDrive ist ein skalierbares Automatisierungssystem, das auch die Integration von Robotern in Verpackungsanwendungen ermöglicht.
SICK insight: Die Servoantriebstechnik ist somit eine wichtige Komponente von PacDrive. Welche Funktionen und Nutzen bieten Ihnen dabei die Motorfeedback-Systeme SKS36, die Sie in Ihren Antrieben einsetzen?

Klaus Weyer: Kompakte Maschinenabmessungen und zentrale, bedien- und wartungsfreundliche Steuerungskonzepte gehören zu den wichtigsten Forderungen von Maschinenherstellern und -betreibern. Mit dem SKS36 setzen wir daher einen optischer Encoder ein, dessen im Vergleich zum Vorgänger deutlich verkleinerte Bauform innovative Antriebslösungen ermöglicht. Unser neuer Kompaktantrieb SH-055 – der kleinste der Baureihe – konnte erst mit diesem Motorfeedback-System realisiert werden. Zudem sind die SKS36 – wie alle relevanten Komponenten des Gesamtsystems – mit einem E²PROM als elektronischen Typenschild ausgerüstet. Dies bringt einen zweifachen Nutzen. Zum einen werden bei jedem Maschinenstart alle Typenschilder – z. B. die von bis zu 99 Servoachsen – ausgelesen und die jeweilige Komponente identifiziert. Zum anderen ermöglicht das elektronische Typenschild in Verbindung mit dem Parameter- und dem Echtzeit-Prozessdatenkanal der HIPERFACE®-Parameterschnittstelle einen jederzeitigen „Ferneinblick“ in die Maschine bis hinab zur Motorwelle. Dies kann die Wartung und Diagnose der weltweit im Einsatz befindlichen Maschinen erheblich erleichtern und Kosten bei evtl. unnötigem Servicesupport vor Ort vermeiden. Da der Geber all diese für uns und unsere Kunden wichtigen Anforderungen erfüllt, wird er jetzt durchgängig in allen PacDrive-Antrieben eingesetzt
Alle Antriebe der SH-Baureihe arbeiten mit dem SKS36. Der kleinste SH-55 konnte erst aufgrund der kompakten Bauform des Motorfeedback Systems realisiert werden.
SICK insight: Inwieweit sind die zentrale Maschinensteuerung und die Servoantriebstechnik auch künftig Schlüsseltechnologien in der Verpackungstechnik?

Klaus Weyer: In der Verpackungsindustrie ist heute aufgrund der steigenden Vielfalt von Verpackungen und dem Trend zu zielgruppenspezifischen Produkten, die in kleineren Losgrößen produziert werden, die Flexibilität einer Maschine ebenso wichtig wie ihre Geschwindigkeit. Starre Maschinenkonzepte gehören der Vergangenheit an, denn immer mehr Funktionen, die bisher mit mechanischen Komponenten realisiert wurden, werden von Elektronik und Software übernommen. Daher werden zentrale Steuerungskonzepte mit dezentraler Servoantriebstechnik zu einer der zukünftigen Schlüssel-Technologien der Verpackungstechnik. Die Steuerungen sind heute leistungsfähig genug, um die Parameter der verschiedenen Subsysteme zentral zu verwalten und diese bei einem Maschinenstart über ihr jeweiliges elektronisches Typenschild zu identifizieren. Mit dem SKS36 steht ein Motorfeedback-System für Servoantriebe zur Verfügung, das zu den Trendsettern in Bauform und Leistungsfähigkeit gehört. Insgesamt sind wir so für die Umsetzung heutiger und künftiger Anforderungen bestens gerüstet.

SICK insight: Vielen Dank für das Gespräch.

 
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