Drei Monate nach dem Führungswechsel bei SICK Stegmann in Donaueschingen präsentiert das Führungsteam ein zweistufiges Sanierungskonzept, um den Geschäftsbereich „Drehgeber“ im SICK-Konzern so schnell wie möglich wieder profitabel zu machen. Als Ursache für die zugespitzte Lage wurde zum einen die hohe Abhängigkeit von der Druckindustrie und Antriebstechnik identifiziert – zwei Branchen, die von der aktuellen Wirtschaftskrise besonders stark betroffen sind. Zum anderen zeigen die Analysen, dass es wichtig ist, Strukturen und Prozesse effizienter zu gestalten.
In zwei Etappen in die Zukunft
In einer ersten Etappe bis Ende 2009 will das Unternehmen alle Strukturen und Prozesse optimieren: SICK Stegmann wird sich künftig auf Innovation und Produktion konzentrieren und administrative Leistungen vom Mutterkonzern einkaufen, soweit wirtschaftlich und organisatorisch sinnvoll. Dazu gehören beispielsweise Leistungen aus den Bereichen Personalwirtschaft, Finanzen & Controlling, Einkauf, EDV und Logistik. Durch die Restrukturierung werden etwa 30 Arbeitsplätze in Donaueschingen wegfallen.
In der zweiten Etappe werden Kapazitäten in der Produktion an die Auftragslage angepasst. Das Unternehmen wird bis Anfang 2010 die Kurzarbeit nutzen, um Kosten zu sparen und die Verluste zu reduzieren. Bevor man sich von Mitarbeitern in der Produktion trennt, wartet man die Entwicklung in den kommenden Monaten ab. Sollte die Auftragslage auf unverändertem Niveau bleiben, wird das Unternehmen auch die Anzahl der Mitarbeiter in der Produktion verringern müssen. Die dann notwendigen Kapazitätsanpassungen werden ab Januar 2010 umgesetzt. Im administrativen Bereich wird es in der zweiten Etappe keine weiteren Kapazitätsanpassungen geben.
Nicht der einfachste aber der verantwortungsvollste Weg
Das Produktportfolio von SICK Stegmann ist aus dem Gesamtangebot des Konzerns nicht mehr wegzudenken. Daher steht die SICK AG auch in schwierigen Zeiten zu diesem Geschäftsbereich.
„Die Innovationskraft von SICK und SICK Stegmann zeichnet uns am Markt aus. Sie ist für Wettbewerber nicht so einfach einzuholen. Wir werden diese Innovationskraft mit hervorragender Qualität, großer Zuverlässigkeit und effizienten Strukturen kombinieren“, skizziert Markus Paschmann, Mitglied des Vorstands der SICK AG, die geplante Strategie.
„Alle Maßnahmen dienen dazu, SICK Stegmann auf Dauer international wettbewerbsfähig zu machen und so möglichst viele Arbeitsplätze in Donaueschingen zu sichern.“, erklärte Dr. Bernd Cordes, Sprecher der Geschäftsführung der SICK Stegmann GmbH, in einer Informationsveranstaltung gegenüber der Belegschaft. „Wir werden uns bemühen, für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von denen wir uns trennen müssen, eine berufliche Perspektive zu schaffen. Gemeinsam mit dem Betriebsrat, der Personalabteilung der SICK AG und der Agentur für Arbeit werden wir entsprechende Konzepte entwickeln. Ziel ist, für alle, die das Unternehmen verlassen, möglichst lange eine finanzielle Sicherheit und individuelle Qualifizierungsmöglichkeiten zu bieten.
Beim Mutterhaus, der SICK AG in Waldkirch, wurden betriebsbedingte Kündigungen für 2009 per Betriebsvereinbarung ausgeschlossen. Doch auch für die SICK AG sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiterhin schwierig. Die Nachfrage nach Investitionsgütern und damit nach Sensorik ist schwach, der allgemeine Export bewegt sich nach wie vor auf niedrigem Niveau. Zum 31. Mai 2009 rangierten Umsatz und Auftragseingang unterhalb der Vorjahreszahlen. Der Umsatzrückgang im Konzern lag zum Vergleichzeitraum des Vorjahres bei 23%.
Als Reaktion auf diese Situation, hat SICK ein umfangreiches Kostensenkungsprogramm gestartet und gleichzeitig die Vertriebsaktivitäten verstärkt. Das Unternehmen bringt in diesem Jahr jede Woche ein neues Produkt auf den Markt – und setzt damit seine langjährige Strategie der Innovationsführerschaft auch in der Krise fort.
Die SICK AG ist einer der weltweit führenden Hersteller von Sensoren und Sensorlösungen für industrielle Anwendungen. Das 1946 gegründete Unternehmen mit Stammsitz in Waldkirch im Breisgau beschäftigt weltweit über 5.000 Mitarbeiter und erzielte 2008 einen Konzernumsatz von 737,3 Mio. Euro.