Aufgrund der Globalität der Krise konnte SICK dem Abschwung trotz breiter Branchenaufstellung schwer entgegenwirken. In den ersten Monaten des Geschäftsjahres 2009 verzeichneten einige Branchen einen Umsatzrückgang um bis zu 50 Prozent. Erst im Herbst belebte sich das Geschäft. Insbesondere der erfreulichen Entwicklung seit Oktober ist es zu verdanken, dass SICK das Jahr 2009 mit einem Konzernumsatz in Höhe von 596,8 Mio. Euro abschließen konnte. Das bedeutet zwar einen Rückgang um 19,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr; nach den teilweise erheblichen konjunkturellen Einbrüchen einiger Regionen ist das Unternehmen mit dem Erreichten jedoch sehr zufrieden.Allerdings konnte der erfreuliche Abschluss des letzten Quartals die schleppende Geschäftsentwicklung der ersten drei Quartale nicht kompensieren. So lag der Auftragseingang zum Jahresende 2009 mit 592,4 Mio. Euro um 19,3 Prozent unter dem Vorjahr. Durch die konsequente Umsetzung eines umfangreichen Maßnahmenpakets zur Kosteneinsparung und Prozessoptimierung konnte nicht nur ein positives EBIT in Höhe von 11,3 Mio. Euro, sondern auch ein positives Jahresergebnis nach Steuern in Höhe von 3,5 Mio. Euro erzielt werden. SICK hat sich dadurch die gesamte Kompetenz des Unternehmens gesichert und seine Kapitalkraft erhalten. Den überaus disziplinierten und verantwortungsbewussten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist zu verdanken, dass dieses ambitionierte Ziel trotz der widrigen Marktsituation erreicht werden konnte.
Die Ergebnisse der Segmente im Einzelnen:
SICK unterteilt die Geschäftstätigkeit des Konzerns in die Segmente Fabrik-, Logistik- und Prozessautomation.
Im Segment Fabrikautomation sind all jene Sensoraufgaben gebündelt, die zur automatisierten Herstellung von Waren und Gütern innerhalb eines Werks erforderlich sind. Die für diese Aufgaben eingesetzten Produkte und Dienstleistungen regeln und überwachen Prozesse in Produktionsbereichen zahlreicher Industrien. Das umfassende Produktportfolio aus Sensoren, Steuerungen und Systemen der Automatisierungs- und der Sicherheitstechnik bedient zahlreiche Branchen wie z. B. die Verpackungs-, die Automobil-, die Werkzeugmaschinen-, die Elektronik- oder die Pharmaindustrie. Alle Segmente waren von der Krise beeinflusst, allerdings waren die Auswirkungen für das Segment Fabrikautomation besonders stark: Das Segment schloss das Geschäftsjahr 2009 mit einem Umsatz in Höhe von 332,1 Mio. Euro ab – das sind 25,0 Prozent weniger als im Vorjahr (dort: 442,9 Mio. Euro). Viele Unternehmen der vom Segment Fabrikautomation betreuten Märkte wie Antriebstechnik, Maschinenbau, Robotik und Verpackungsindustrie, passten ihre Kapazitäten dem zurückgehenden Auftragsvolumen an und stellten Erweiterungsinvestitionen zunächst zurück.
Diese Tendenz war auch im Segment Logistikautomation – insbesondere in den Bereichen Hafen sowie Lager- und Fördertechnik – zu erkennen. Auch wenn die Nachfrage nach der Prozessoptimierung von logistischen Anlagen gerade für Flughäfen groß war, liegt der zum Jahresschluss erreichte Umsatz in Höhe von 132,2 Mio. Euro um 14,0 Prozent unter dem Vorjahreswert (153,8 Mio. Euro).Im Segment Logistikautomation werden Logistik- und Distributionsprozesse gestaltet und optimiert, indem Materialflüsse automatisiert oder Sortier-, Kommissionier- und Lagerprozesse effizienter, schneller und zuverlässiger ausgerichtet werden. Kurier-, Express- und Paketdienstleister gehören genauso zu den Kunden des Segments wie Systemintegratoren sowie Betreiber von Flug- und Container-Häfen und Umschlagterminals. Allein das Segment Prozessautomation profitierte vom langfristigeren Projektgeschäft und der vergleichsweise beständigen Entwicklung wichtiger Industriezweige wie Energie oder Müllverbrennung und blickt zum Jahresende 2009 auf einen Umsatz in Höhe von 132,5 Mio. Euro; das sind 5,8 Prozent weniger als im Vorjahr (dort: 140,6 Mio. Euro). Zur Vergleichbarkeit wurden die Vorjahreszahlen der aktuellen, branchenorientierten Segmentumsatz-Definition angepasst. Das Segment Prozessautomation bietet Produkte und Dienstleistungen für komplexe Messaufgaben in der Emissions- und Prozessmesstechnik. Kontinuierlich messende Analysatoren für Gas, Staub und Prozessflüssigkeiten liefern maßgeschneiderte Lösungen für zahlreiche Industriebereiche wie z. B. Kraft- und Zementwerke, Müllverbrennungsanlagen, die chemische und die petrochemische Industrie sowie Raffinerien. Zudem bietet das Segment eichfähige Durchflussmessgeräte, die besonders in der Gasindustrie Anwendung finden.
Engagierte Mitarbeiter
Neben natürlicher Fluktuation wirkten sich im Geschäftsjahr 2009 auch organisatorische Veränderungen – hauptsächlich bei den inländischen und den US-amerikanischen Gesellschaften des SICK-Konzerns – aus. Zum 31. Dezember 2009 waren 4.919 Mitarbeiter beschäftigt, das sind 3,4 Prozent oder 173 Personen weniger als zum Vorjahresstichtag. Im Inland reduzierte sich die Mitarbeiterzahl um 3,9 Prozent auf 3.103 Mitarbeiter. Im Ausland belief sich die Zahl der Beschäftigten zum Jahresende auf 1.816 – das sind 2,6 Prozent weniger als zum Jahresende 2008.
Aufgrund der wirtschaftlichen Situation wurden Weiterbildungsmaßnahmen sehr genau geprüft, während in die Ausbildung wiederum umfassend investiert wurde. Für Weiterbildungsmaßnahmen bei inländischen Gesellschaften des SICK-Konzerns konnten aufgrund der hohen Eigenmotivation der Mitarbeiter, die selbst Seminare für ihre Kollegen durchführten, Fördermöglichkeiten der Bundesagentur für Arbeit im Rahmen der Kurzarbeit beantragt werden. Da der Aufwand für Weiterbildungen auch durch diese Maßnahmen reduziert werden konnte, verringerten sich die Aufwendungen für Aus- und Weiterbildung trotz nahezu konstanter Anzahl der Auszubildenden insgesamt um 31,3 Prozent auf 5,3 Mio. Euro (Vorjahr: 7,7 Mio. Euro). Durchschnittlich 199 junge Menschen (Vorjahr: 213 Auszubildende) befanden sich im Geschäftsjahr in Ausbildung bei SICK.
Forschung und EntwicklungInnovationen haben immer Konjunktur
Im Geschäftsjahr 2009 hat SICK der Öffentlichkeit unter dem Motto „Innovationsmarathon“ pro Woche ein innovatives Produkt vorgestellt. Innovationskraft ist der Motor für das Wachstum des Unternehmens, sie zu erhalten und voranzutreiben eines der obersten Unternehmensziele. Daher hat das Unternehmen im Geschäftsjahr 2009 mit 64,6 Mio. Euro 10,8 Prozent des Umsatzes in den Bereich Forschung und Entwicklung investiert (Vorjahr: 68,4 Mio. Euro und 9,3 Prozent des Umsatzes). Auch wenn die zur Senkung der Kosten ergriffenen Maßnahmen vor dem Bereich Forschung und Entwicklung nicht vollständig halt machten und die externe Vergabe von Entwicklungsleistungen reduziert wurde, hat sich der relative Anteil des F&E-Aufwands im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Durchschnittlich 613 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – das sind 4,4 Prozent mehr als im Vorjahr – waren im Geschäftsjahr 2009 mit zahlreichen Produktinnovationen befasst. Im Fokus der Entwicklungstätigkeiten standen insbesondere die noch einfachere Handhabbarkeit der Produkte und die verbesserte Anpassung an Kundenanforderungen.
Ausblick:
Die Konjunkturerholung fasst Tritt. Erstmals seit Beginn der Krise überwiegen die positiven Zukunftsperspektiven wieder die negativen. Haupttreiber dieser Entwicklung sind, trotz mancher Turbulenzen auf Auslandsmärkten, steigende Exportimpulse sowie eine sich, immerhin allmählich, belebende Investitionsnachfrage im Inland. Hinzu kommt die erstaunliche Robustheit der bundesweiten Beschäftigung – die verhindert, dass der private Konsum krisenbedingt abfällt.Die Tendenz einer Belebung des Geschäfts ist auch im SICK-Konzern zu beobachten. Der Auftragseingang erreichte im 1. Quartal sogar annähernd das Niveau von 2008. Gleichwohl bleiben die Aussichten für 2010 mit Risiken behaftet, da niemand weiß, wie dauerhaft sich dieses Nachfragehoch entwickelt. Die Voraussetzungen für ein Wachstumspotenzial liegen jedoch vor, so dass das SICK unter der Voraussetzung einer sich weiter stabilisierenden Weltwirtschaft für das Geschäftsjahr 2010 mit einer Umsatz- und Ergebnisverbesserung rechnet.