Doch diese Vielfalt bereitet auch Schwierigkeiten: So muss man zu jeder Zeit und an jedem Ort wissen, welches Auto gerade gefertigt wird. Deshalb ist es wichtig, dass schon bei der Montage der Bodengruppe eine eindeutige Kennzeichnung angebracht wird, mit der das entstehende Fahrzeug an allen weiteren Stationen bis hin zur Endmontage und Ausschleusung sicher identifiziert werden kann. Nicht so einfach, denn die dazu notwendigen Labels zur Identifikation müssen bei jedem Produktionsschritt sicher gelesen werden und dabei auch die üblichen Temperaturen von 200°C in der Lackierstraße überstehen.
Bisher gab es hierfür verschiedene Identifikationstechnologien, die aber alle nicht durchgängig und gewerkeübergreifend eingesetzt werden konnten, da Bar- und Data-Matrix-Codes nach dem Lackieren nicht mehr sichtbar sind. Alternativen wie Lochbleche etc. sind aufwendig und teuer. 1D-/2D- oder aktive RFID-Verfahren werden im Rohbau und der Lackiererei am Montageträger (Skid) befestigt und zur Endmontage auf einen anderen Skid umgesetzt. Dies birgt das Risiko von Verwechslungen. Zudem verursacht der geschlossene Kreislauf der Transponder hohe Wartungs- und Handlingskosten.
Eine große Verbesserung bietet die Kennzeichnung der Karosse mit einer Body-ID auf einem RFID-Transponderlabel von Anfang an.
SICK entwickelte speziell dafür ein kostengünstiges, temperaturfestes und formbeständiges UHF RFID-Label. Es wird so angebracht, dass es im laufenden Produktionsprozess stabil am Fahrzeug verbleibt. Es übersteht den Lackierprozess, kann auch danach noch gelesen und beschrieben werden und macht Verwechslungen unmöglich.
Der zugehörige RFID-Reader RFU630 arbeitet mit UHF-Technik und bietet speziell für Anwendungen im Automobilbau ideale Lese- und Schreibeigenschaften. Innerhalb weniger Millisekunden werden die Transponder gelesen und beschrieben, sodass mit hohen Abtastraten eine sehr gute Lesegüte erreicht werden kann. Mit dem zugehörigen IDpro-compliant Interface von SICK lässt sich die Lösung einfach in industrielle Netzwerkumgebungen integrieren.
Quelle: SICKinsight, Ausgabe 02/2011